Konzentration, mein verlorenes Paradies

Ich denke in letzter Zeit viel über Konzentration nach. Wenn ich das tue, weiß ich, dass ich gerade nicht konzentriert bin, weshalb ich ja darüber nachdenke, anstatt etwa zu arbeiten. Immer geistert dabei eine Phrase durch meinen Kopf, die immer falsch ist: Früher war alles besser. In diesem Fall meint sie: Früher war ich konzentrierter, fokussierter und daher schneller, genauer, besser. Was war früher anders? Genau, kein Smartphone, keine Whatsappgruppen, keine automatisierten ‚Ich google das mal‘-Abschweifungen.

Hochzeitsreise nach Florida

Interview: Achtland: "Wir hatten noch keine Zeit, Berlin zu vermissen"Der Witz an der Sache war: Ich war kein bisschen weniger abgelenkt, unkonzentriert, fahrig. Nur anstatt meine Unkonzentriertheit mit einer Tätigkeit, wie beispielsweise sieben Pudelemoticons an meine Schwester zu schicken, zu verbinden, starrte ich aus dem Fenster oder untersuchte die Nagelbetten meiner Finger auf etwaige Anomalitäten. Auch die Deckenbeleuchtung meines Büros kenne ich unterdessen sehr genau.

Für beide war es Liebe auf den ersten Blick

dann finden Sie es in der ZDFmediathek

Die Besatzungen der versenkten Schiffe starben auf See einen grausamen Tod

Entweder ist mir also die fragmentierte Internet- bzw. Smartphone-induzierte Arbeitsweise schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich auch bei Abwesenheit des sie auslösenden Reizes an ihr festhalte. Oder aber ich bin einfach so: ein Hans guck in die Luft. Während ich im ersten Fall die Sache wohl einfach aussitzen könnte und irgendwann meine Konzentrationsfähigkeit zurück erlangen würde, läge sie zweiten Fall schon komplizierter. Je länger ich darüber nachdenke, desto wahrscheinlicher erscheint mir die zweite Variante: Ich bin einfach nicht der Typ, der ganz in seiner Arbeit versinkt, darüber gar zu essen oder zu schlafen vergessen würde. War es nie. Die Überzeugung, früher einmal konzentrierter gewesen zu sein, ist demnach nichts weiter als die übliche retrospektive Selbstglorifizierung, die Erinnerung, das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

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Fashion Week Berlin Frühjahr Sommer 2014: Achtland

Die amerikanische Politikwissenschaftlerin Jodi Dean schreibt in ihrer Blog Theory (2010): A sure sign of the triumph of a practice or idea is the declaration of its death. Das mag in Bezug auf das große Ganze stimmen (oder auch nicht), in Bezug auf dieses kleine Blog, braucht es schon viel goodwill, um aus der Todesagonie der letzten elf (!) Monate den triumphalen Phönix zu herauszulesen.

Fragt mich nicht, warum es hier so leise war. Da war das Volontariat bei Rowohlt, der Wegzug von Berlin im Frühling, der heiße Sommer, ja, aber keine wirkliche Veränderung hinsichtlich des großen Projekts in dessen Schatten dieser Blog gedeihen sollte. Die Diss is still around.

 

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Teil 1: "Das Boot - Die Dokumentation" zeigt

der sie dabei unterstützt

Nun hat man sich ja an tote Blogs gewöhnt. Blogger verabschieden sich, kündigen ihren Rückzug oder Umzug an oder schweigen sich (r)aus. Ich aber habe nie entschieden, nicht mehr zu bloggen, vielmehr ist es einfach so passiert. Und natürlich steigt die Hemmschwelle es wieder zu tun proportional zu der seit dem letzten Post vergangenen Zeit.

Wenn Sie auf der Suche nach ZDF-

Bloggen ist was anderes als Facebook. Und tatsächlich merke ich, während ich das tippe, dass es besser wird, dass der Ton vielleicht zurückkommt, wenn man einfach mal macht. Es geht ja um nichts. Bestenfalls darum, etwas Text zu produzieren und Gedanken abzulegen. Was als Motivatiosmantra auch so seine Tücken hat, klar. Fürs Erste wollte ich bloß sagen: Der Tod dieses Blog ist noch nicht entschieden.

bisschen back in Berlin

sieht sie eine Möglichkeit

Es war ja ein bisschen ruhig hier. Ich war ein bisschen im Urlaub, ich war ein bisschen auf Tagungen, ich war ein bisschen auf der Buchmesse, ich war ein bisschen auf Litlog und ich war ein bisschen auf Digitur:

Rücksichtslos spielt sie Lena und Jeff gegeneinander aus

 

Und jetzt bin ich bei Rowohlt.Berlin. Nicht nur ein bisschen, sondern bis April. Bald ein bisschen mehr.

Über Geisteswissenschaftskommunikation

Seit der republica denke ich immer wieder über das nach, was man wohl Wissenschaftskommunikation nennt und was zumindest in den Geisteswissenschaften eine zwar oft beschworene, aber dann doch eher stiefmütterlich behandelte Tugend ist. Nur wenn grade nichts anderes ansteht (also genau: nie!), lässt man sich vielleicht einmal dazu herab seine hochkomplexen Forschungszusammenhänge auf allgemeinverständliches Niveau runterzubrechen. Die Prioritäten sind klar gesetzt: zuerst forschen und wenns sein muss, kommunizieren.

wächst in dem renommierten und bisher kinderlosen Chirurgen die Überzeugung

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Hochzeitsreise in die Normandie - ZDFmediathek

Auf der republica habe ich bemerkt, dass das Verhältnis von Wissenschaft und Kommunikation durchaus auch anders verstanden wird: Wenn Unsere geliebten Lammfelljacken bekommen ein farbiges Update etwa taubblinde Personen fragt, wie sie als Designerin deren Kommunikationsmöglichkeiten verbessern könnte oder die Mathematikerin Hannah Fry Scotland Yard hilft den Verlauf der London Riots von 2011 zu verstehen. Hier steht das gesellschaftliche Anliegen und der Austausch darüber am Anfang, erst dann kommt die Forschung, die sich diesen Anliegen annimmt.

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Aber die Freiheit der Wissenschaft! Ein Hort jenseits des Zeitgeists! Goethe! Schiller! Ich hör sie rufen – als wäre die Wissenschaft nicht längst der durchökonomisierte, verdrittmittelte Betrieb, in dem Trends und Buzzwords die Antragsprosa diktieren. (Was ok ist, nur warum so tun, als sei es nicht so?!) Lasst uns gerne den bildungsbürgerlichen Kanon hochhalten! Aber da dort eh so ein Gedränge herrscht, hätten wir doch eigentlich ein paar Hände frei um uns mit dem zu beschäftigen, was die Leute beschäftigt, die uns bezahlen. Die Leute nämlich.